Unsere Füße sind täglich in Aktion und genau dabei zeigt sich, wie wichtig gesunde Füße sind. Mit zunehmendem Alter bzw. im hohen Alter verändern sich die Bedürfnisse der Füße. Daher spielt eine regelmäßige Fußpflege eine Schlüsselrolle.
Dabei geht es aber nicht um gelegentliches Eincremen oder Nägel schneiden. Zur richtigen Pflege der Füße im Alter gehört mehr. Was genau, verrät uns die Podologin Anke Niederau in unserem Interview. Wir fragen nach und unsere Experten antworten.
Wie verändern sich unsere Füße im Alter?
Anke Niederau: Mit zunehmendem Alter verändern sich eben auch unsere Füße. Diese Veränderungen sind normal, können aber Beschwerden verursachen, wenn man sie nicht beachtet.
Typische Veränderungen sind:
- Größenveränderungen: Füße werden oft länger und breiter, da Bänder und Sehnen nachlassen und sich das Fußgewölbe abflacht.
- Ein abgesenktes Fußgewölbe: Hierdurch nimmt die Elastizität ab, was den Gang und das Gleichgewicht beeinträchtigen kann.
- Muskelschwäche: Die Fuß- und Beinmuskulatur wird schwächer und dies kann das Sturzrisiko erhöhen.
- Verlagerung des Fettpolsters: Die natürliche Polsterung unter dem Fuß nimmt ab, was zu Schmerzen beim Gehen führen kann.
- Veränderungen der Haut: Die Haut wird dünner, trockener und weniger elastisch. Da auch die Fähigkeit zur Regeneration nachlässt, kann es u.a. zu Riss- und Hornhautbildung kommen.
- Gelenkprobleme: Arthrose und andere Erkrankungen schränken die Beweglichkeit ein.
- Veränderungen am Nagel: Nägel wachsen langsamer, werden dicker oder brüchig, auch Pilzinfektionen treten häufiger auf.
- Durchblutungsstörungen: Kalte Füße, Schwellungen und schlecht heilende Wunden sind mögliche Folgen.
Erste Veränderungen der Füße machen sich zumeist durch eine veränderte Fußform oder Einschränkungen in der Beweglichkeit bemerkbar. Oftmals kommen dann noch Schmerzen hinzu. Gesunde Füße im Alter zeichnen sich hingegen durch Stabilität, Schmerzfreiheit und ein natürliches Gangbild aus.
Mein Fazit: Regelmäßige Pflege und Kontrolle sind im Alter besonders wichtig, um Beschwerden zu vermeiden.
Was ist bei der Fußpflege im Alter besonders zu beachten?
Anke Niederau: Eine gute Fußpflege bzw. Fußbehandlung hilft, Schmerzen, Infektionen und Einschränkungen in der Beweglichkeit zu verhindern. Wichtige Maßnahmen für die Fußpflege zu Hause sind beispielsweise:
- Die tägliche Reinigung mit warmen Wasser und milder Seife.
- Gründliches Abtrocknen, besonders zwischen den Zehen. Denn Feuchtigkeit kann zu Infektionen, z.B. mit einem Pilz führen, gerade nach einem warmen Fußbad. Durch das warme Wasser wird die Haut aufgeweicht und damit auch anfälliger für Erreger. Aus diesem Grund sollte ein Fußbad auch nie länger als 15 Minuten genossen werden.
- Die richtige Feuchtigkeitspflege, um die Haut geschmeidig zu halten und Risse oder Trockenheit zu vermeiden. Inhaltsstoffe wie Urea und Spiralin® helfen dabei, Feuchtigkeit zu binden und die Hautbarriere zu stärken. Es gilt aber nicht zwischen den Zeheneincremen.
- Bequemes, passendes Schuhwerk mit rutschfester Sohle tragen, um Druckstellen, Blasen oder ähnliches, zu vermeiden.
- Füße regelmäßig auf Rötungen, Wunden oder Druckstellen kontrollieren.
- Nägel kürzen und Hornhaut entfernen lassen, am besten vom Podologen oder bei der kosmetischen Fußpflege. Denn schon ein Kürzen der Nägel kann Probleme wie eingewachsene Nägel vorbeugen. Andernfalls gehört die korrekte Behandlung von eingewachsenen Nägeln, wie auch das richtige Entfernen der Hornhaut, bei der medizinischen Fußpflege dazu.
Besonders wichtig ist dies bei Erkrankungen wie Diabetes. Hierbei werden Verletzungen oft nicht bemerkt, daher ist eine regelmäßige Kontrolle bei der medizinischen Fußpflege nötig und wichtig. Im Alter sind viele nicht mehr mobil, so lässt sich auch eine Fußpflege zu hause in Anspruch nehmen. Niemand muss auf eine podologische Behandlung verzichten, dies gilt auch für Bewohner im Seniorenheim.
Hat die Expertin einen Geheimtipp?
Anke Niederau: Alle Hauttypen können feuchtigkeitsarm sein, dies gilt für eine normale Haut, Mischhaut und trockene Haut. Die Haut spannt an gewissen Stellen und es mangelt ihr an einem gesunden Glanz und an Geschmeidigkeit. Feine Linien erscheinen auf der Haut, dies sind die „Fältchen der Feuchtigkeitsarmut“.
Meine persönliche Empfehlung ist dann die Produkte von Spirularin® einzusetzen. Sie sind hoch pflegend und helfen die natürliche Hautbarriere wieder herzustellen. Sie schützen zudem nachhaltig gegen Bakterien, Viren und Pilze.
Generell gilt dabei regelmäßiges, dem Hauttyp entsprechendes Eincremen mit ausgewählten und bekannten Inhaltsstoffen. Wichtige Kriterien für die Auswahl sind u.a.:
- Keine Vaseline oder Melkfett-Produkte zu verwenden. Denn mineralische Fette ziehen nicht in die Haut ein, sondern decken sie ab.
- Echte Fette oder fettähnliche Stoffe wie Arganöl, Avocado-, Jojoba- und Olivenöl sowie Shea-Butter, oder alternativ Bienenwachs und Wollwachs, sogenannte fettähnliche Stoffe, verwenden. Echte Fette bestehen aus Fettsäuren und Glycerin. Sie werden von der Haut absorbiert, aber zersetzen sich leicht. Es sind tierische oder pflanzliche Depotfette.
- Zuführung von Feuchtigkeit, beispielsweise über Urea. Urea bindet Wasser in der oberen Hautschicht und fördert so eine ausgeglichene Versorgung mit Feuchtigkeit.
Hat das Experten-Interview gefallen? Weitere Tipps der Podologin Anke Niederau gibt es in unseren Experten-Tipps auf ocean-pharma.de. Wer mehr über den Unterschied zur medizinischen und kosmetischen Fußpflege erfahren möchte, findet die Antworten hier im Link.
Experten-Tipp entstand in Zusammenarbeit mit:
Anke Niederau
Anke Niederau has been self-employed in medical foot care since 1990. Among other things, she has completed further training on the subject of "reflexology work on the foot" and as a diabetic podiatrist DDG. She is also the author of the bestseller "Das große Buch der Nagelerkrankungen".
Until 2005, she worked as a lecturer in medical foot care at the Düsseldorf Chamber of Crafts and until 2006 as a teacher at the Kaiserswerther Diakonie specialist school for podiatry. Since 2007, the author has worked as a freelance lecturer at various podiatry and chiropody schools.