Helfen Spirulina-Algen gegen Hautpilz? Eine In-Vitro-Studie liefert erste Ergebnisse

Unsere Haut ist ständig von Mikroorganismen umgeben. Viele davon sind völlig harmlos oder sogar wichtig für eine gesunde Haut. Manchmal können sich jedoch Bakterien oder Pilze stärker vermehren und Hautprobleme auslösen.

Deshalb interessieren sich Forschende zunehmend für natürliche Wirkstoffe, die das Wachstum solcher Keime beeinflussen können. Eine aktuelle im wissenschaftlichen Fachjournal Natural Product Communications veröffentlichte Laborstudie (2025), untersuchte einen Extrakt aus der Mikroalge Arthrospira platensis – besser bekannt als Spirulina.

Die Ergebnisse zeigen: Spirulina-Extrakte könnten ein breites antimikrobielles Potenzial besitzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Laborstudie untersuchte die Wirkung eines Spirulina-Extrakts auf verschiedene Hautkeime.
  • Auch antibiotikaresistente Bakterien wie MRSA (ein gegen viele Antibiotika unempfindlicher Stamm des Hautkeims Staphylococcus aureus) wurden getestet.
  • Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Spirulina-Algen gegen Pilze und Bakterien hemmend wirken könnten.

Hintergrund: Was wurde untersucht?

Die Mikroalge Arthrospira platensis (Spirulina) gehört zu den sogenannten Cyanobakterien. Sie existiert seit Milliarden Jahren und produziert verschiedene natürliche Stoffe, die Mikroorganismen beeinflussen können. Forschende interessieren sich deshalb schon länger für Spirulina-Extrakte als mögliche Quelle neuer antimikrobieller Wirkstoffe.

In der Studie wurde ein patentierter Spirulina-Extrakt untersucht. Ziel war es herauszufinden, ob dieser Extrakt das Wachstum typischer Mikroorganismen hemmen kann, die häufig auf der Haut vorkommen oder Hautinfektionen verursachen.

Getestet wurde mit Mikroorganismen, wie Bakterien, Hefen und Hautpilze, die eine wichtige Rolle bei vielen Hautinfektionen, Pilzinfektionen oder Hautreizungen spielen. Die Forschenden testeten den Spirulina-Extrakt im Labor mit einem sogenannten Drop-Dilution-Test. Dabei wird untersucht, ob ein Stoff das Wachstum von Mikroorganismen in einem Nährmedium hemmen kann.

Ergebnis

Die Ergebnisse der Studie zeigen eine deutliche Wirkung des Spirulina-Extrakts auf verschiedene Mikroorganismen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

  • Bereits bei einer niedrigeren Konzentration (1 g/100 mL) hemmte der Extrakt das Wachstum vieler Bakterien und Hefen.
  • Bei einer höheren Konzentration (4 g/100 mL) wurde das Wachstum aller getesteten Bakterien und Hefen vollständig unterdrückt.
  • Auch bei Hautpilzen zeigte der Extrakt eine klare Wirkung. Das Wachstum der getesteten Dermatophyten – Pilze, die Haut und Nägel befallen können – wurde stark reduziert.
  • Der Extrakt zeigte Wirkung gegen verschiedene Keime, darunter Staphylococcus aureus, MRSA, Candida-Hefen sowie Dermatophyten, die häufig Hautinfektionen verursachen können.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Spirulina-Extrakte ein breites antimikrobielles Wirkungsspektrum besitzen könnten und daher für dermatologische Anwendungen weiter untersucht werden.

Wichtig ist jedoch: Die Untersuchung wurde im Labor (in vitro) durchgeführt. Das bedeutet, dass weitere Studien notwendig sind, um zu prüfen, wie sich diese Effekte auf der menschlichen Haut zeigen.

Was bedeutet das für mich?

Die Studie liefert erste Hinweise darauf, dass Spirulina Algen gegen Pilze und Bakterien aktiv sein könnten. Für die Hautpflege ist das besonders spannend, weil viele Hautprobleme durch ein Ungleichgewicht der Mikroorganismen entstehen.

Natürliche Wirkstoffe aus Mikroalgen könnten daher eine interessante Ergänzung moderner Hautpflege sein – vor allem für Menschen mit empfindlicher oder zu Hautproblemen neigender Haut.

Auch andere wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich mit den Eigenschaften von Spirulina. So zeigte eine Studie zum Spirulina-Bestandteil Calcium-Spirulan, dass diese Substanz das Eindringen des Herpes-simplex-Virus in Hautzellen blockieren kann. Auch wenn weitere Forschung notwendig ist, liefern solche Ergebnisse spannende Hinweise darauf, welches Potenzial natürliche Wirkstoffe aus Mikroalgen für Hautpflege und Dermatologie haben könnten.

Die Kraft der Alge

Solche studienbasierten Erkenntnisse fließen auch in die Entwicklung bestimmter Hautpflegeprodukte ein. Ocean Pharma nutzt beispielsweise Mikroalgenextrakte aus Spirulina in der Spirularin®-Produktreihe. Dabei wird ein definierter Algenextrakt mit pflegenden Inhaltsstoffen kombiniert, um die Haut zu unterstützen und ihre natürliche Balance zu fördern.

Ein Beispiel sind Produkte für die Pflege von Haut und Nägeln, die durch Pilze belastet sein können – etwa das Spirularin® F Fußspray und das Spirularin® N Nagelspray von Ocean Pharma:

Spirularin® F Fußspray: Entwickelt für die tägliche Pflege der Füße bei pilzanfälliger Haut. Der Mikroalgenwirkstoff Spiralin® kann helfen, die Haut vor pilztypischen Keimen zu schützen. Die Spray-Form ermöglicht eine einfache und hygienische Anwendung, auch zwischen den Zehen.

Spirularin® N Nagelspray: Zur Pflege von Nägeln, die durch Pilzbefall belastet sind. Der enthaltene Spirulina-Extrakt Spiralin® wird mit pflegenden Inhaltsstoffen kombiniert, um die Nagelstruktur zu unterstützen und die regelmäßige Nagelpflege zu erleichtern.

Quelle: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10412400/

FAQ:


Ja. Wenn das natürliche Gleichgewicht der Mikroorganismen auf der Haut gestört ist, können sich bestimmte Keime stärker vermehren und Hautprobleme verursachen.

Natürliche Substanzen aus Pflanzen, Mikroalgen oder anderen Organismen können antimikrobielle Eigenschaften besitzen. Sie werden deshalb als mögliche Ergänzung zu bestehenden Wirkstoffen untersucht.

Antibiotikaresistente Bakterien sind gegenüber bestimmten Antibiotika unempfindlich geworden. Das macht Infektionen schwieriger zu behandeln und ist ein wichtiger Forschungsbereich in der Medizin.

Hefen wie Candida kommen natürlicherweise auf der Haut vor, können sich aber bei einem Ungleichgewicht stark vermehren. Dermatophyten dagegen sind spezialisierte Pilze, die gezielt Haut, Nägel oder Haare befallen.

Eine gute Hauthygiene, trockene Hautbereiche – besonders zwischen den Zehen – sowie atmungsaktive Kleidung können helfen, das Risiko für Pilzinfektionen zu reduzieren.